Mittwoch,
8.Oktober 2008 - Der Velebit und die Seen
Nachdem die Abreise heute etwas zügiger von statten
ging, dehnten wir die Anreise zu den Plitvicer Seen
etwas mehr aus. In Pag wurde nochmals der Reiseproviant
vervollständigt um auch sicher bis zur Ankunft daheim
nicht zu verhungern und zu verdursten. Danach bogen
wir ab Richtung Zadar und nahmen uns 2 Stunden Zeit
für die einmalige Altstadt und den Hafen mit deinen
vielen Yachten und Schiffen. Auch ein paar Reiseandenken
waren noch fällig. Weiter entlang der Küstenstraße bis
Biograd, wo wir uns dann vom Meer verabschiedeten. Es
ging nun ins Landesinnere wo wir zwischen Benkovac und
Obrovac nochmals ein kurzen Meeresblick erhaschen konnten.
Ab
hier jedoch schraubten wir uns unaufhörlich um fast
1000m höher. Entlang an immer wieder anderen Karl-May-Kulissen
brachte uns unser Bus entlang von schwindelerregenden
Abhängen auf einer Seite und atemberaubenden Steilwänden
auf der Anderen nach Gracac. Langsam beruhigte sich
die Landschaft, wurde flacher und war nicht mehr so
schroff. Zu beiden Seiten waren die Steine jetzt mit
niedrigen Laubbäumen bewachsen, die um diese Jahreszeit
in allen Farbtönen von braun über ocker bis gold leuchteten.
Viele waren auch noch grün. Dazwischen jetzt auch schon
dürre Wiesen, die aber wohl schon genug Nahrung für
einige Kühe lieferten. Bis zu unserem heutigen Ziel
bei Korenica (Campingplatz bei der Pension Licka Kapa
in Bjeopolje) blieb die Landschaft so abwechslungsreich
und erfreute unsere Augen mit heimatlichen Farben und
Gewächsen.
Über
Nacht senkte sich dichter Nebel über den Standplatz,
so daß kaum 100 Meter weit zu sehen war. Es war auch
empfindlich kalt und feucht an diesem Morgen. Ein erster
Vorgeschmack auf die Heimat.
Die Vorfreude auf das heute zu erwartende ließ uns schnell
frühstücken und reisefertig machen. Entlang an den ersten,
bereits angeheizten Spanferkelgrills waren die 20km
Weg bis zu den Seen schnell geschafft. Eilens wurde
geparkt und eine Eintrittskarte besorgt um endlich in
den Nationalpark zu kommen. Mittlerweile war auch der
Nebel verzogen und die Sonne schien den ganzen Tag vom
blauen Himmel. Goldener Oktober, genau wie daheim! Und
was wir an diesem Tag zu sehen und hören bekamen, werden
wir wohl nie vergessen. Unbeschreiblich die Wanderungen
zwischen den unzähligen Wasserfällen und Kaskaden. Immer
weiter über Brücken und Knüppeldämme hinab zum großen
See. Weiter mit dem Schiff und dann zum 78 Meter hohen
Plitvice - Wasserfall.

Aber
erst nachdem man von dort wieder nach oben gekraxelt
ist, öffnet sich der wohl schönste Ausblick hinab in
den Park und seine Fälle. Jedem der schon mal dort war
braucht man keine weitere Beschreibung zu geben, und
Allen die es bisher noch nicht geschafft haben den Park
zu besuchen kann man dieses Erlebnis nicht annähernd
beschreiben.
Wenn
wir nach der 5-Stunden-Tour nicht so müde gewesen wären,
hätten wir glatt nochmals von vorne begonnen. Ich kann
mir gut vorstellen, dies jedoch irgendwann nochmals
nach zu holen. Mittlerweile wieder hungrig machten wir
uns auf die Suche nach einem noch offenen Spanferkelgrill
und hatten schon bald Glück, und bekamen noch einen
Leckerbissen an diesem späten Nachmittag.

Zu
müde um noch allzu weit zu fahren, war bald ein letzter
Campingplatz auf unserer Tour gefunden. Da es auch diesen
Abend wieder schnell kühl wurde, verzogen wir uns bald
in unser Campingmobil und ließen den Tag bei einer Flasche
Rotem ausklingen. Auch der nächste Morgen war Nebel
verhangen und so machten wir uns bald auf die letzte
Etappe in Richtung Heimat. Wir gönnten uns nur kurze
Pausen, so daß wir in der abendlichen Oktobersonne noch
unser Haus erreichten. Der Tacho zeigte 2100 gefahren
Kilometer und wir hatten Quittungen von sieben verschieden
Campingplätzen. Drei Autobahnvignetten klebten an der
Windschutzscheibe und Mautrechnungen über 24 Euro und
185 Kuna lagen im Handschuhfach. In unseren Köpfen hatten
wir hunderte von Eindrücken und Bilder, die hoffentlich
noch lange dort haften bleiben, so daß wir diesen Urlaub
in Kroatien so schnell nicht vergessen werden.
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