Blogbeitrag
- Fortsetzung des Berichts nach Verlassen von
Split
Leider
ist in meiner Berichterstattung eine längere Pause
eingetreten, was vor allem daran lag, dass ich
fast 2 Wochen gesundheitliche Probleme hatte,
und ich kaum am Lapi sitzen konnte . Aber manchmal
war es auch das schöne Badewetter oder schlechte
Internetverbindungen oder einfach nur Faulheit,
weil es abends vor dem Wohnmobil schöner war als
am Lapi.
Jetzt
also mehr: ………………………. Geplant
war ja, einige Tage ausruhen an der Makarska Riviera,
dann weiter ins Nevreta Delta und hinauf nach
Mostar und auch Dubrovnik sollte dann noch folgen.
Aber
an diesem Tag warfen wir all diese Pläne über
Bord ………..
Irgendwie
war unsere Stimmung nicht besonders nach der Abreise
aus Split. Unter dieser Voraussetzung kamen wir
nach Makarska zum Camp Jure. Der Platz lag etwa
250m oberhalb des Strandes und machte keinen besonders
einladenden Eindruck. Der Parkplatz weiter unten
war ziemlich “vermüllt”. Trotzdem parkten wir
erstmal und gingen hinunter zum Strand. Eigentlich
ein toller Strand, sagte auch er uns nicht besonders
zu, insbesondere auch wegen des großen Abstands
zum Campingplatz. Es sollten ja jetzt ein paar
Tage Meer sein.
Also
weiter nach Podgora. Camp Sutikla, mitten im Ort
hatten wir geplant. Aber auch hier gabs einiges,
was uns nicht so zusagte.
So
stiegen wir gar nicht lang aus, sondern fuhren
gleich weiter. Wir hatten ja noch einige Adressen
vorrätig. Aber irgendwie konnten wir heute einfach
nichts passendes finden. Einmal war es der Strand,
manchmal zu windig oder zu abgelegen. Und ehe
wir uns versahen, hatten wir die Makarska Riviera,
mit seinen Bergen, teilweise bis ans Meer wieder
hinter uns gelassen und das Nevreta-Delta lag
vor uns.
Langsam
nervte es mich, keinen geeigneten Platz für einen
längeren Aufenthalt zu finden. Auch im Delta fanden
wir einen Cp-Wegweiser und folgten ihm, was eine
Fahrt quer hindurch zur Folge hatte. Die riesigen
Mandarinen-Plantagen und die Bewässerungskanäle,
die Verkaufsstände mit Mandarinen, Gemüse und
Obst waren sehr, sehr interessant. Der Campingplatz
aber wiederum nicht. Also wieder heraus aus dem
Delta Richtung Magistrale. Trotzdem immer wieder
herrlich Blick über die Nevreta. Schade, das Tal
wieder verlassen zu müssen, aber ein Campingplatz
musste her.
Da
wir uns mittlerweile Neum, im schmalen Bosnischen
Meeresstreifen näherten, und uns jetzt auch die
Adressen ausgingen, reifte der Entschluss, gleich
auf die Insel Peljesac zu fahren. Hier hatten
wir Camp Nevio auf unserer Liste, das im Internet
nur gute Bewertungen erhalten hatte und scheinbar
unsere Erwartungen erfüllen sollte. So schrieb
ich Mostar und Dubrovnik erst einmal ab. In Ston,
ohne Mauerbesichtigung, machten wir eine kurze
Brotzeitpause und fuhren nun auf die Halbinsel.
Ganz
anders hier die Landschaft. Irgendwie ein wenig
heimisch, hügelig und dicht begrünt. Viel niedrige
Sträucher und Bäume. Und dicht mit prallen, roten
Trauben behangene Weinstöcke. Manchmal bis an
die Straße heran, dass man sie am liebsten aus
dem Autofenster heraus geerntet hätte. Der kurvenreiche
Weg nach Orebic führte quer durchs Landesinnere
durch etliche kleine Ortschaften, vorbei an zahlreichen
Weingütern und war eine abwechslungsreiche Fahrt.
Die über 60km Straße verlangten zwar viel Aufmerksamkeit,
waren aber sehr abwechslungsreich. Trotzdem war
ich froh, als wir am späten Nachmittag im Camp
ankamen. Fast 2 Wochen früher als ich geplant
hatte.
Nur
drei Standplätze waren noch frei, einer davon
unten am Meer. Ohne ihn weiter zu begutachten
wollten wir ihn besetzen. Allein schon die paar
hundert Meter die Steilküste hinunter waren ein
Erlebnis, für meine Frau ganz schön nervenaufreibend.
Eine schmale, Serpentinen ähnliche Straße verlief
zum Standplatz, für größere Mobile kaum zu schaffen.
Unten gab es kaum genug Platz zu rangieren. Aber
nun war es geschafft: ein wunderschöner, gepflegter
Campingplatz direkt am Strand und Wasser.
Hier
wollten wir bleiben und uns erholen von der doch
etwas längeren, erlebnisreichen Anreise. Ungewollte
wurde sie länger als letztlich gewollt ………
Jetzt
wollten wir uns erst einmal von der bisherigen
Reise erholen. Immerhin waren wir schon fast 2
Wochen unterwegs und haben hier schon den
7. Campingplatz angesteuert. Und die 1500km Fahrtstrecke
war zwar nicht sehr stressig, ließ sich aber doch
fahren mit unserem alten Gefährt.
Der
Platz hielt, was wir uns von ihm versprachen.
Schöne Stellplätze direkt am feinkieseligen Strand.
Alles war sauber und gepflegt, und wie sich einzelne
Parzellen oder einige Mobilheime in den Steilhang
einpassten war einfach unglaublich. Das Wetter
bei unserer Ankunft war auch super und lud zum
Baden und Schnorcheln ein. Es herrschte auch immer
etwas Wind und leichter Wellengang. Aber genau
dies war wohl schuld daran, dass ich gegen Abend
enorme Rückenschmerzen bekam. Das Treibenlassen
auf der Luftmatratze und das anschließende Schnorcheln
war wohl zu viel für meine Bandscheiben. In der
Nacht wurden die Schmerzen immer schlimmer und
am Morgen kam ich nur mit großer Mühe aus dem
Bett. Ich konnte weder länger sitzen oder laufen.
Lediglich das Liegen auf unserer großen Luftmatratze
brachte Erleichterung. Auch in der folgenden Nacht
wurde es nicht besser und zu Morgentoilette hätte
ich fast einen Helfer gebraucht !! In dieser Nacht
hörte ich auch erstmals die nur auf Peljesac vorkommenden
Schakale in der Ferne in den gegenüberliegenden
Weinbergen heulen.
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Ein
Schauspiel, das fast jede Nacht zu hören war –
mal lauter, mal weniger laut. Es folgte noch ein
weiterer Sonnentag auf dem Luftbett. Zwei volle
Tage nur Liegen und Lesen war ungewohnt für mich
und langsam wurde mir langweilig. Ich hatte noch
überhaupt nichts von der Umgebung gesehen und
direkt vor meiner Nase stand der höchste Berg
der Insel. Der Gipfel des Sv. Ilija wäre mit seinen
961m Höhe in 3-4 Stunden erreichbar – für mich
jedoch z.Zt. unerreichbar.

Am
3.Tag konnte ich endlich wieder längere
Strecken laufen und so den Platz hinauf bis zum
Konzum erkunden. Am nächsten Tag fühlte ich mich
schon so gut, dass ich mein Bike unter den Protesten
meiner besseren Hälfte ausführen konnte. Ihn fuhr
hinein nach Orebic um meinen VIP-Stick aufzuladen
und schaute mich etwas im Städtchen um. Als ich
nach knapp 7-8km zurückkam, spürte ich meinen
Rücken schon wieder. Noch ein wenig schwimmen
tat gut und am nächsten Morgen ging es dann wieder
einigermassen. Was überhaupt nicht klappte, war
längeres Sitzen am Laptop. Deshalb trat jetzt
auch eine größer Lücke in meiner Blog-Berichterstattung
ein. Lediglich ein wenig Surfen im Forum und Kontakt
mit daheim über Skype war möglich. Der Wetterbericht
kündigte Regen und Wind. Wie dies gemeint war,
habe ich ja schon im Blog “Samstag,25.September”
beschrieben.
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Sonne
und Sturm am Strand vor dem Wohnmobil
Das
Bergsteigen verschob ich erstmal auf unbestimmte
Zeit, zumal ich ja das Ganze alleine angehen musste
und mir das Risiko wegen meiner Bandscheibe doch
zu groß war. Vielleicht ergab sich ja nächste
Woche noch eine Möglichkeit. Ich denke auch, es
war nicht der letzte Besuch auf der Halbinsel
und so könnte ich mich später noch besser vorbereiten.
Am
Sonntag beruhigte sich das Wetter und wir beschlossen,
am folgenden Tag Kurcula zu besuchen und anschließend
gleich weiter über Viganj zur Nordspitze nach
Loviste umzuziehen. Wir begannen dann schon am
Sonntagabend alles nicht mehr nötige zu verpacken
um am Montag zügig den Platz zu verlassen. So
waren wir schon frühen Vormittag am Bootssteg
für die halbstündige Überfahrt nach Korcula. Wer
einmal in der Gegend ist und die Möglichkeit hat,
das Städtchen zu besichtigen sollte dies nicht
versäumen.
Die
Beschreibungen von anderen Campingplatzbewohnern
war nicht übertrieben: “Klein-Dubrovnik” eben.
Wir hatten Glück, dass nicht allzu viele Besucher
dort waren und wir konnten in aller Ruhe durch
die schmalen Gässchen schlendern und das eine
oder andere Bier und einen Kaffee trinken. Am
späten Nachmittag brachte uns das Schiff zurück
und wir machten uns auf den weiteren Weg unserem
neuen Ziel entgegen.
Langsam
fuhren wir die Uferstraße entlang nach Viganj,
vorbei an einigen Campingplätzen. Hier sollte
es besonders windig sein, was die vielen Surfcamps
auch bewiesen. Die Plätze waren noch gut besucht
und überall sah man Surfbretter. Ich fuhr recht
langsam, meist im ersten Gang. Deshalb stieg wohl
auch die Temperatur des Kühlwasser – dachte ich.
Am Ortsausgang ging es etwas bergan, weiter vorne
sah man aber einen hohen Berg, den es wohl zu
überwinden galt. Und tatsächlich ging es
nun steil bergauf. Und auch die Temperaturanzeige
ging nun nach oben. Langsam macht ich mir etwas
Sorgen deswegen. Die Straße war aber genau hier
so schmal und steil, das ich nicht anhalten wollte.
Nun war die Temperatur schon im roten Bereich
– langsam musste ich was unternehmen. Gott sei
Dank sah ich 100m vor uns einen Parkplatz und
es war höchste Zeit zum Anhalten. Der Kühler kochte
schon, oder eigentlich schon nicht mehr – aus
Wassermangel. Alles Mögliche ging mir jetzt durch
den Kopf. So nun erst mal Ruhe bewahren, Motor
und sich selber abkühlen lassen.
Den
tollen Ausblick die paar hundert Meter hinunter
nach Viganj und hinüber nach Korcula konnten wir
nicht so recht genießen.
Ich
hatte den Wagen bergab gestellt, was wiederum
große, unbegründete (?) Ängste bei meiner Frau
hervorrief, er könnte nun wegrollen. Nun wollte
ich mal unter die Haube schauen: nichts zu sehen.
Also Handschuhe an und Kühlerdeckel langsam aufmachen.
Er sprang mir auch schon entgegen, aber kein Wasser.
Gut dass man im Wohnmobil genügend davon dabei
hat, und das brauchte ich auch. Mehr als 5 Liter
füllte ich nach. Ich konnte mir gar nicht vorstellen,
wo das alles blieb. Aber langsam füllte sich der
Ausgleichsbehälter und die Temperaturanzeige war
wieder im Normbereich. Ich kontrollierte noch
den Ölmessstab um sicher zu sein, dass es nicht
dort drin war – aber wohl nicht. Aber unter dem
Motor stellte ich nun Wassertropen fest. Und tatsächlich
war neben einer Schlauchschelle ein Loch, aus
dem nicht gerade wenig Wasser tropfte. Nun war
guter Rat teuer: Anrufen, aber wo? oder mit Isolierband
abkleben würde wohl nicht viel helfen, wenn der
Druck wieder steigt. Mir kam nach einiger Zeit
die Idee, einfach den Schlauch um die kaputten
3cm zu kürzen und wieder an zu bringen -
wenn sich die Schelle lösen ließ - und ein
erster Versuch zeigte, die Schrauben waren leicht
gängig. Also den Schlauch lösen und abschneiden.
2-3 Liter Wasser liefen auch wieder heraus, aber
ich konnte ihn wieder befestigen und er wurde
tatsächlich dicht, was auch ein Probelauf bei
längerem Standgas bestätigte.
Zwischenzeitlich
hatte auch ein Auto neben uns gehalten, und wie
sich herausstellte, waren es Wohnwagencamper,
die von Nevio aus einen kleinen Ausflug unternahmen.
So entschloss ich mich dazu, die Probefahrt zurück
zum alten Camp zu machen, da ich mir dort,
wenn nötig, weitere Hilfe erhoffte. Die Camper
erklärten sich bereit, uns zu verfolgen, und uns
eventuell zu helfen. Aber alles verlief ohne Probleme.
Mittlerweile wurde es langsam dunkel und wir lagerten
nochmals eine Nacht auf unserem alten Camp. In
dieser Nacht waren die Schakale so laut, ich schätze
nur 100m entfernt im nahen Olivenhain, dass meine
Frau eine Gänsehaut bekam vom Geheule.
Am
nächsten Morgen brauchten wir nicht viel zu verstauen
und nach einer Wasserkontrolle gingen wir den
Berg hinüber nach Loviste ein weiteres Mal an.
Alles verlief problemlos und die 20km Wegstrecke
waren schnell zurück gelegt, so dass wir diesmal
schon vor Mittag einen neuen Stellplatz erreichten.
Bereits auf Nevio dachten wir, nun könne kein
schönerer Fleck mehr kommen. Aber weit gefehlt:
hier war es noch schöner ! Eine windgeschütze
Bucht mit einem ruhigen Campingplatz und einem
sehr zuvorkommenden Besitzer.
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